FÜHLERFAHRUNGEN
Heute wie vor 25 Jahren:
um 3.30 Morgens klingelte mein Telefon: seine Ex- dann wieder-Freundin war dran. Sohn ist mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden. Mir schwante es schon. Fete - Krach zwischen beiden - dann Alkohol - dann raus - unterkühlt liegengeblieben. Wenigstens nicht mit dem Auto gefahren.
Heute morgen hab ich ihn abgeholt. 22 Jahre und ein Häufchen Elend.
Und so denke ich 25 Jahre zurück: Schluß mit meinem Lieblingsfreund, Alkohol, dann ins Auto gesetzt - und nach 100 Metern realisiert, dass Parken und Schlafen das eindeutig Beste in meiner Situation war.
Müssen wir das denn alles immer wieder durchmachen?
Ja, auch ich in meinem hohen Alter werde geprüft. Geprüft, ob ich auch alles richtig gemacht habe bei der "Abfuhr" aller relevanten Positionen in Sachen "Geringfügig Beschäftigte". Insgesamt 5 haben wir davon. Da kommt nicht viel bei rum für die Versicherung. Aber zumindest so viel, dass der Prüfer für 3 Stunden vorbeikommen darf.
Bin ich jetzt aufgeregt wegen der Prüfung oder wegen dem Flug nächste Woche? Dienstag. Herrlich. Ich glaube, ich bin aufgeregt wegen dem Lufterlebnis. Ist doch viel positiver. Rede ich mir doch einfach ein.
Nachtrag zur "Prüfung": Anstatt nach 3 Stunden war der liebe Herr schon nach 45 Minuten fertig (nicht mit den Nerven natürlich), sogar das Protokoll war dann schon ausgedruckt. So, jetzt macht Chef nur noch etwas Stress (ich bin ja 4 ganze Tage weg oh je), und ab Freitag mittag bin ich dann auch gaaaaanz entspannt!
Ein Hammer, ein Königreich für einen Hammer, damit meine Finger ihn umschließen und nicht hektisch die Tastatur bearbeiten...
Ich habe schon wieder einen Pickel - es arbeitet also immer noch in mir. So ein MIIIIIIIIST
Jo, nachdem ich ja letztens meine erste "Augenbrauenzupfrunde" genießen durfte, war ich heute zu meiner ersten Kosmetikstunde.
Nun bin ich ja so eine: sehr ruhig, sehr in mir selbst ruhend. Die Kosmetikerin musste also zuerst einmal lernen: nachdem ich auf dem supertollen Liegestuhl platzgenommen hatte, (ja, der mit der Heizung am Popöchen!) wurde ich warm zugedeckt, durfte die Augen schließen und mich überraschen lassen. Mein erster Ausruf war denn auch: bitte nicht die Entspannungs-CD, die hat bei mir die genau gegenteilige Wirkung, ich werde da so was von kribbelig von! Gut, normaler Sender wieder rein, ihr schwante schon, jetzt hat sie mund- und redetechnisch wohl mehr zu tun.
Abgeschminkt, mit Cremes und Wässerchen zart durchs Gesicht gestrichen, mit Läppchen und Peeling alles unnötige aus dem Gesicht entfernt. Heiße Tücher, kalte Cremes, Pinselchen, alles kam zum Einsatz. Und dann, ja dann kam, was ich schon seit einer Woche befürchtete:
ich habe da so einen Pickel (ja, auch ich habe so etwas mal) mitten auf der Wange. Schon vor Karneval war er aufgetaucht, da ich von dem Termin wußte, habe ich ihn wachsen lassen. Bin nicht dran gegangen. Obwohl er mich jeden Tag soooo reizte! - Bis Samstag habe ich doch tatsächlich durchgehalten. Aber da war er soooo dick, ich wollte nicht, aber meine Finger haben meinem Hirn leider nicht mehr gehorcht, sie haben sich einfach in mein Gesicht bewegt und - gedrückt. Und gedrückt. Zwischendurch habe ich mir die Tränen aus den Augen gewischt, aber immer wieder fanden meine Finger sie- die immer noch vorhandene, aber jetzt kräftig roten Farbstoff von sich gebende Erhebung in meinem Gesicht. Roten Farbstoff wohlbemerkt, nicht gelb!
Diese Aktion rächte sich nun gewaltig: die Kosmetikerin eröffnete ihn, den Pickel, und mir, seiner Besitzerin, dass sie nur verbessern kann, was ich vermurkst hatte. (Bei ihr kam übrigens gelb, wie sie mir wortreich erklärte.)
Danach hat sie mich noch schön geschminkt, die gestutzten Brauen gefärbt und mir das Versprechen abgerungen, niiiiiieeeee mehr selbst an Pickeln rumzumachen. Bis zum nächsten....
Und die Moral von der Geschicht: auch an Pickel gehören Fachfrauen! Ich werde versuchen, es mir zu merken!
Wär ich doch heute im Bett geblieben! Aber nein, muss mich ja zum Büro begeben. Und dann sagt mein Chef doch: Schluß für heute, ab nach Hause.
Und was mache ich? Schnell noch zur Bank (hätt auch morgen noch gereicht!). Und beim Aufstieg nach dem Eingang an den Treppen denke ich mir noch: "Man, die Stufen sind für alte Mütterchen ganz schön hoch und ganz schön glatt!" für mich ja kein Problem, aber ich denke ja an andere. Und wie ich so denke macht es "Wutsch", mein Absatz rutscht auf den glatten Fliesen weg und ich knalle mit einem sehr dumpfen "Umpf" auf die Knie.
Mein Gott, ich sehe die Gedanken in den Augen der Bankangestellten, die mich ja jeden Tag sehen. "Na, da hat eine aber gut gefeiert" - "Kann die nicht zu Hause bleiben bis sie nüchtern ist" - "Hach, ich hätt auch gern gut Karneval gefeiert" - " Toll, die feiert, und wir müssen arbeiten" "ole ole ole ole"
Gut, eine Mitarbeiterin hat mir "altem Mütterchen" aufgeholfen, ich habe meine letzte Arbeitspflicht erfüllt und bin schnell raus. Wo mir herrlich kalter Wind um die bleiche Nase wehte. Nur kein Wehwehchen zeigen. Ab zum Auto - und ich habe es tatsächlich noch bis nach Hause geschafft. Jetzt liege ich auf der Couch, Füße an Wärmflasche, da Bein nicht unter Decke passt. Warum? Hach, ich hab mich an die Salbe vom Blutspenden erinnert, die ist für stumpfe Stoßverletzungen wie gemacht. Und so lieg ich hier und mach erst mal nix. Und mein süßes Töchterchen hat mir ihre Kinderschokolade aus den Ü-Eiern vermacht. Danke sehr. Lecker. Schon weg. MMH.
Oooch, lass mich noch ein paar Minuten liegen! Bin noch soooo müde - und krank.
Jawohl. Schon Anfang letzter Woche hab ich mir diese tolle Erkältung von meiner Jule eingefangen. Schön, bei Kindern ist so was in zwei Tagen ohne großes Lamentieren wieder weg. Und ich? Schön die zwei Wochen voll durchleiden mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Müde und schlapp durchhängen.
Hat bedeutet, nach Freitag arbeiten hinlegen und Karneval so gar nicht genießen können. Gekocht, gewaschen, geputzt. Hingelegt. Und von Oma ferngehalten, damit die sich nicht auch noch ansteckt. Grrrr.
Und was bedeutet das ganze? Im letzten Jahr starke Abwehrkräfte gehabt aufgrund von gefühlvollen Glücksgefühlen. Die jetzt weg sind. Und prompt kommen die kleinen Bazillchen und stürzen sich auf einen. Ha.
Heißt, ich muss mir wieder Glücksgefühle verschaffen. Irgendwie. Irgendwelche Vorschläge?
Und nach all der Erinnerung hier noch was aktuelles:
Ich habe mir zum ersten Mal in meinem kurzen Leben die Augenbrauen zupfen lassen! Ich finde, ich sehe schon ganz anders aus! Und falls es einen interessiert: ja, es hat weh getan! Aber laut Ansage der Kosmetikerin waren meine Brauen ja noch ganz harmlos und zart und fein, da hätte sie schon vieeeeel schlimmeres erlebt! Trost auf meine nervös zuckende Stirn!
... als man denkt. War ich morgens um 0 Uhr noch in der Hoffnung, mich zur Buchung einstimmen zu können, war um 12 Uhr mittags schon alles anders: Oma in der Kirche zusammengebrochen, daher den Tag im Krankenhaus verbracht. Mist.
Und das sind dann die Momente, wo man - ich - denke, man, warum schreibst Du ihm nicht? (Ganz im hinteren Hinterkopf lebt der Gedanke ja noch, er könnte genau so verquer denken und darauf warten, dass ich schreibe. Aber dazu kenne ich ihn wohl zu gut, so ein Typ war er nie, ist er nie). Also die Harte markieren und verdrängen.
Eben kam mir der Gedanke, ich soll mich selbst doch nicht so ernst, so als Mittelpunkt nehmen. Es ist nicht alles negativ um einen rum. Mir fällt nur gerade nichts positives ein. Hm, muss wohl am Montag liegen.